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Verein - Fachgruppe für Taubblinde und Hör-/Sehbehinderte - Rehawoche

Reha – Woche

Datum der Reha 2010: 18.04.- 24.04.2010
Die Woche ist mit 32 Teilnehmern ausgebucht.

Bericht von Oliver Ley

Die Reha- Woche für Taubblinde hat von 19.-26. April 2009 im AURA- Zentrum in Bad Meinberg stattgefunden. es waren 58 Personen gekommen, 26 Taubblinde aus Westfalen und Nordrhein mit Begleiter/innen, Kursleiter/innen, 1 Dolmetscher und die Leiterin der Fachgruppe für Taubblinde und Hörsehbehinderte BSV NRW, Ulla Benard.

Am Sonntag, 19.April reisten die Teilnehmer/innen mit Begleiter/innen aus ganz NRW mit Auto und Zug an. Nach dem Abendessen gingen wir zum großen Seminarraum. Da gab es die Vorstellungsrunde und Informationen über die Reha- Woche.

Alle Taubblinden haben die Übersetzung in Lormen, in taktiler Gebärdensprache, in DGS und Schriftsprache von den Begleiter/innen bekommen. In der Woche gibt es verschiedene Kursus, z.B: Lormen, taktile Gebärdensprache, Punktschrift (Voll- und Kurzschrift), Computerkurs, Tanzkurs und Trommelkurs.

Computerkurs:

Die drei Computer-Trainer, Nadine König, Thomas Brumann und Oliver Ley erklärten den Teilnehmern verschiedene Programme, z.B.: Windows XP, Excel, Word…. Die Teilnehmer benutzen den Computer mit der Braillezeile. Im Seminarraum waren 2 Computer-Anlagen mit 2 verschiedenen Braillezeilen der Firmen Papenmeier und Baum aufgestellt. Für Thomas Brumann stand ein Computer mit der Braillezeile „ Super-Vario 40“ und der Screenreader „VIRGO 4.7“ der Firma Baum. Auf dem Tisch von Oliver Ley stand ein Computer mit der Braillezeile „ Braille EL 40 s und dem Screenreader „JAWS 9.0 der Firma Papenmeier, auch die Vergrößerungssoftware „Zoom Text 9.1“.

Trommelkurs:

Das erste Deutsche Taubblinden-Trommler-Orchester Ist es durchführbar? In der Reha- Woche gab es 2 Gruppen. Zuerst gab Elke, die Kursleiterin, durch Schrittwechsel und Klatschen den Rhythmus an. Dann sind wir mit dem Trommeln angefangen. Jeder bekam eine Trommel vor sich gestellt. Alle haben den oberen Teil abgestrichen um die Trommel zu erkennen. Einige Begleiter gaben den Schlagrhythmus auf dem Rücken an oder verteilten einen Luftballon, damit man den Rhythmus durch die Vibration spüren konnte. Es dauerte auch nicht lange bis wir einen Rhythmus drin hatten. Norbert und Marina gaben mit dem Schläger auf der großen Trommel den Takt an. Margit, Ursula, Annette, Hedwig und Wilhelm versuchten ein Solo zu trommeln. Die Anderen gaben den Takt mit Rasseln dazu. Die Begeisterung wuchs mit jedem Tag. Am Freitagabend konnten beide Gruppen gemeinsam beim Abschlussabend auftreten. Dies wollte sich keiner nehmen lassen. Und alle haben mit Freude mitgetrommelt. Klaus u. Marina auf der großen Trommel den Takt. Einige spielten das Solo dazu. Die Anderen rasselten mit begeisterung mit. Somit ist unser erstes Taubblinden Orchester aufgetreten. Alle, die im Raum waren, klatschten begeistert Beifall dazu.

Bericht von Annette Dreising

Tanzkurs:

Ich begab mich zu meiner 1. Stunde in die Cafeteria, wo mich Andrea, die Tanzpädagogin, herzlich begrüßte. Zu Bemerken wäre noch, das es sich um Therapeutisches Tanzen handelte, damit man das innere Gleichgewicht erhält. Nach einigen Fragen zum Tanzen ging es los.Damit Andrea wusste wie es mit dem Takt.- und Rhythmusgefühl bestellt ist, wurde ein wenig getrommelt. Mit der einen Hand einmal, mit der anderen Hand zweimal. Dann mit jeder Hand einmal und beide zusammen einmal. Auf diese Weise hatte Andrea die Möglichkeit das Takt- und Rhythmusgefühl zu erkennen. Danach setzten wir uns gegenüber und es wurden die Schenkel getrommelt. Selbstverständlich hat jede die eigenen Schenkel getrommelt und nicht die vom Gegenüber.

In der zweiten Stunde am nächsten Tag erzählte mir Andrea, das sie auch mit Senioren Tanzt, allerdings "Sitztanzen". Ich war zu neugierig und musste natürlich wissen, wie das funktionierte. Aber Vorsicht, nicht mit Bauch. Der könnte dabei ganz schön im Weg sein. Also hinsetzen, Arme anwinkeln, den rechten Ellbogen zweimal auf das linke Knie. Nun wechseln zum anderen Arm, den linken Ellbogen zweimal auf das rechte Knie. Dann beide Ellbogen auf das jeweilige Knie zusammen. Na klappst? Bisschen Üben. Auch haben wir mit Luftballons getanzt. Das war ja wohl echt lustig. Probiert es doch mal selber, einen Luftballon zwischen beide Knie und dann Probiert mal zu tanzen. Aber der Ballon darf nicht platzen. Na habt ihr ausprobiert? Komisch nicht wahr? So ging die Woche rum wie im Flug. Die letzte Stunde konnte ich nicht mitmachen, weil mein operiertes Knie, in dem ich eine Nervenentzündung habe, höllisch schmerzte. Andrea besorgte eine Kühlkompresse und ich legte das Bein hoch. Wir haben dann die Stunde verplaudert. Dann kam Olli dazu und bekam einen Schreck wegen dem hochgelegten Bein. Er hatte gedacht, das etwas Schlimmes passiert wäre. Andrea konnte ihn aber beruhigen. Olli fragte dann noch wann er kommen müsste und ging wieder. Ich humpelte ins Zimmer und war traurig, kein Tanzen. Am Abend bei unserem Abschlussessen, führte Andrea mit Marianne dann einen Tanz vor. Ich kann nur sagen "SUPER!" Die Leute die drum herum standen haben doll geklatscht. Ich konnte nicht anders, bin durch die Leute durch und habe meine Freundin herzlich gedrückt. Mein Pech war ihr Glück. Habe Marianne den Erfolg aber von Herzen gegönnt. Hoffentlich wird in der nächsten Reha wieder getanzt.

Bericht von Brigitte Nagel

Abschlussabend in der Cafeteria.

Wir haben gemeinsam gegessen und getrunken. Der Teilnehmer Oliver Ley und seine Begleiterin Marion Nistor haben Ulla Benard ein Überraschungsgeschenk überreicht. Außerdem gab es noch eine Blume und eine Dankeschön-Karte, weil Ulla viel Arbeit und Organisation für die Reha-Woche gemacht hat. Ulla hat das Geschenk geöffnet und war überrascht. Im Geschenk ist ein „Braille-Sudoku-Spiel“. Oliver übergibt auch Ulrike Hampel ein Geschenk: Es ist ein Gutschein für einen Hochseilgarten (Kletterschule) und eine Blume. Erst nach Mittenacht gingen wir müde ins Bett.

Am Samstag, 25.4. machten wir am Nachmittag einen Ausflug zum LWL Freilichtmuseum in Detmold. Dieser Ausflug war schön. Am Sonntag, 26. April packten wir nach dem Frühstück den Koffer ein. Anschließend gingen wir zum Taubblinden-Gottesdienst. Uwe Sundermann ist ein Pfarrer in einer evangelischen Gemeinde in Schieder und gleichzeitig auch Gehörlosenseelsorger Er hat gepredigt und mit uns gebetet. Nach dem Mittagessen verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Heimweg.

In nächstem Jahr 2010 können wir uns zur Reha- Woche für Taubblinde in Bad Meinberg wieder sehen.

Oliver Ley

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