
Kommunikation mit einem Menschen, der weder sehen noch hören kann, lässt sich nur über den Tastsinn realisieren. Die akustischen und optischen Signale der Laut- und Schriftsprache müssen in tastbare Systeme umgewandelt werden.
Das Lormen ist ein Alphabet, das mit Punkten und Strichen in die Handinnenfläche gezeichnet wird. Es kann von jedem, der über Basiskenntnisse der Schriftsprache verfügt, jederzeit leicht erlernt werden. Allerdings bedarf das Aufnehmen einer besonderen Konzentration und Übung.
Das Lormen geht auf den Schriftsteller Heinrich Landesmann zurück, der unter dem Pseudonym Hieronymus Lorm im 19. Jahrhundert in Berlin und Dresden wirkte. Lorm ertaubte im Alter von 15 Jahren, auch seine Sehkraft ließ nach, als 30-jähriger war er schließlich vollkommen blind. So erfand er für seinen eigenen Gebrauch das Hand-Alphabet, das seine Familie und seine Freunde nutzten, um mit ihm zu kommunizieren.
Die Gebärdensprache ist die Muttersprache gehörloser Menschen. Sie setzt gutes Sehen und Beobachten voraus. Die Gebärden können aber in eine tastbare Form umgewandelt werden. Dabei legt der Taubblinde seine Hände auf die Hände desjenigen, der gebärdet. So kann er jede Gebärde abfühlen. Damit die Verständigung gelingt, müssen die Gebärden langsamer, sehr präzise und mit kleinen Bewegungen durchgeführt werden.
1825 erfand Louis Braille eine tastbare Schrift für Blinde, sechs Punkte reichten dazu aus. Heute ist die Braille-Schrift weltweit verbreitet. Für taubblinde Menschen ist sie unverzichtbar, sie öffnet das Tor zur Welt der Kommunikation und Information über Zeitschriften, Bücher, Internet und E- Mail. (ein besonderes Braille - Display ermöglicht die Handhabung des Computers.)
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