
Ich bin am 07.05.1951 in Gelsenkirchen geboren. Mit 9 Jahren wurde eine Augenkrankheit (Makuladegeneration) festgestellt, die zu einer allmählichen Verschlechterung meiner Sehkraft führte. Daraufhin kam ich Zunächst zur Sehbehindertenschule nach Essen und dann nach Gelsenkirchen. In Marburg besuchte ich die Handelsschule und wurde dort zum Stenotypisten und Telefonisten ausgebildet.
Meine Berufstätigkeit begann ich im Finanzamt Gladbeck als Telefonist. 1973/1974 nahm ich die Gelegenheit wahr, mit anderen blinden und sehbehinderten Mitarbeitern der Finanzverwaltung die Ausbildung der Beamtenlaufbahn des mittleren Dienstes zu durchlaufen. Als erster blinder Absolvent der Fachhochschule für Finanzen in Nordkirchen trat ich in die gehobene Beamtenlaufbahn ein.
Von 1978 bis 2007 war ich im Finanzamt Gelsenkirchen-Süd als Sachbearbeiter in der Rechtsbehelfsstelle tätig.
Die Makula-Degeneration hat inzwischen zur praktischen Erblindung geführt.
Ich habe frühzeitig erkannt, dass ohne die Selbsthilfe ein Leben in Würde sehr schwierig ist, denn nur gemeinsam können wir unsere berechtigten Anliegen durchsetzen.
Beim Behindertensport lernte ich meine Frau Margret kennen. Sie ist blind und auch im Blinden- und Sehbehindertenverein aktiv.
Seit 1975 gehöre ich dem Vorstand der Bezirksgruppe Gelsenkirchen an. seit 1990 bin ich deren Vorsitzender.
Meine ehrenamtliche Tätigkeit in Gelsenkirchen erstreckt sich auch auf die Mitgliedschaft im Beirat für Menschen mit Behinderung und Vorstandsarbeit in der Arbeitsgemeinschaft der Gelsenkirchener Behindertenverbände und Selbsthilfegruppen.
Seit 1991 bin ich im Vorstand des Blinden- und Sehbehindertenvereins Westfalen (BSVW) tätig. Meine Hauptaufgabe liegt hier bei den Finanzen.
In der Dr.-Josef-van-Bömmel-Stiftung – blindenstiftung für Westfalen übe ich die Funktion des Vorsitzenden aus.
Die Selbsthilfe muss sich in immer mehr gesellschaftlichen Gebieten einbringen. Meines Erachtens ist dies nur durch engagierte Mitglieder möglich. Dies sind u. a. vor Ort Menschen, die blind oder sehbehindert sind und ihre Angehörigen beraten und begleiten. Wichtig ist, Barrierefreie Strukturen zu schaffen, damit sie am öffentlichen Leben teilhaben können. Es müssen aber auch im Land die entsprechenden Vorschriften dafür bestehen. Hierfür muss auch eine starke Selbsthilfe sorgen.
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Der BSVW ist Kooperationspartner im AMD Netz NRW e.V.
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